Rückblick zur 4. Etappe der „Tour de Neu Wulmstorf“
Die „Tour de Neu Wulmstorf“ fand am 09. August zum vierten Mal statt. Thomas Grambow, Ratsmitglied und Vorsitzender des Bau- und Planungsausschusses, Petra Andersen, SPD-Fraktionsvorsitzende und Vorsitzende des Schulausschusses sowie Horst Löw, SPD-Kandidat für
die Kommunalwahl am 13. September standen für Berichte und Auskünfte zur Verfügung. Ebenfalls wieder dabei war Bürgermeister-Kandidat Tobias Handtke. Seit 2011 bietet die SPD Neu Wulmstorf diese Rundgänge an, um mit Bürgerinnen und Bürgern über Erreichtes in der alten Wahlperiode und Wünschenswertes für die neue zu sprechen.
Station 1: Neue Senioren-Residenz Vosshusen an der Lutherkirche
Dieser Termin war sehr unkompliziert auf kurzfristige Nachfrage zustande gekommen, berichtet Tobias Handtke. Er leitete auch das Gespräch ein, indem er auf die vergangene sehr bedauerliche Entwicklung der Senioreneinrichtungen in Neu Wulmstorf einging. Nachdem eine Periode ganz ohne Seniorenheim in NW überbrückt werden musste, sind alle Beteiligten froh, dass nun mit dem Aufbau eines umfassenden Angebots für hilfebedürftige ältere Menschen in der Tarutinoer Straße auf dem Kirchberg begonnen werden konnte.
Die SPD-Gruppe wurde sehr zuvorkommend von der Residenz-Leiterin Frau Nadine Kantor empfangen. Sie stellte den Gästen die Einrichtung gern vor. Vorgesehen sind 127 Plätze. Derzeit sind 43 Plätze besetzt. Zwischenzeitlich waren wegen notwendig kurzfristiger Unterbringungen mehr Bewohner*innen im Haus. Der Betrieb wird langsam aufgebaut. Fast täglich komme eine Neuaufnahme dazu, erklärt Frau Kantor. Das sei für alle Beteiligten immer aufregend. Nicht nur die neuen Bewohner*innen betreten ihren neuen Lebensabschnitt. Auch das Personal möchte sich darauf einstellen, denn die Betreuung soll so persönlich wie möglich sein.
Es wird täglich frisch gekocht. Bewohner*innen dürfen sich nacheinander ihr Lieblingsessen bestellen, das dann für alle angeboten wird. Es gibt Frisör und Fußpflege im Haus. Die Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs wird gerade vorbereitet. Nicht alle Bewohner können mehr zum Einkaufen in die Bahnhofstraße. Dennoch, so berichtet Frau Kantor, sind die Bewohner*innen heutzutage modern, auch wenn sie nicht mehr alles allein können. So ist für
viele nach dem Einzug die erste Frage die nach dem WLAN und ob sie ihr Tablet überall benutzen können. Man stelle sich inzwischen auch auf die Rolling Stones zum Tanzabend ein anstatt auf Rudi Schuricke. Die Welt ändere sich eben auch im Pflegeheim.
Die Residenz Vosshusen ist ein offenes Haus, das von seinen sozialen Beziehungen lebt. Ein Tag der offenen Tür wurde schon angeboten. Später soll die Cafeteria für aushäusige Gäste geöffnet werden, auch mit Mittagsangeboten. Die Einrichtung wird mit dem zweiten Wohnbereich nach und nach erweitert. Der Gesamtkomplex wird demnächst mit einer Tagespflege eines externen Anbieters ergänzt. Geplant sind Gebäude für betreutes Wohnen. Das Konzept
des offenen Hauses hat zur Folge, dass es keine geschlossene Demenzabteilung gibt.
Wichtig ist heute bei Pflegeangeboten die wirtschaftliche Seite, weiß auch Tobias Handtke. So ein Haus muss finanziell tragfähig sein, sagt Frau Kantor. Tobias Handtke ergänzt, dass man gerade nach den Erfahrungen mit den geschlossenen Häusern gemeinsam mit dem Anbieter Wege gesucht hat, damit für diesen Baukomplex „Stabilität geplant und gewährleistet“ werden kann. Die Gemeinde werde aber dennoch weiterhin einfordern, dass die alten Heim Standorte Marktplatz und Moorlanden in Zukunft als Senioren- und Pflegeheime genutzt werden.. Dieser Verwendungszweck werde grundsätzlich nicht verändert.
Station 2: Neubau der Grundschule Breslauer Straße und Kita Heidebären
Die neue viereinhalb-zügige Grundschule wird im Oktober 2026 fertig zum Einzug sein. Die Schüler und Schülerinnen müssen nach den Sommerferien noch für kurze Zeit in die Grundschule am Moor und sollen dann nach den Herbstferien umziehen. Auch diese neue Grundschule beinhaltet ein Ganztagsangebot bis 15 Uhr und basiert auf dem Mini-Schul-Konzept.
Die alte Grundschule aus den 50er Jahren musste dringend ersetzt werden. Sie entsprach schon länger nicht mehr dem gängigen Standard. Aber für eine Neuinvestition müssen die nötigen Finanzen vorhanden sein. Immerhin kostet auch dieser Neubau 26 Mio. Euro. Die Ausgabe wird sich aber lohnen, denn mindestens in den nächsten 30 Jahren werden nun weniger Investitionen für die Gemeinde erforderlich sein. Neu Wulmstorf ist für die Zukunft der Kinder
und damit die Zukunft des Ortes sehr gut aufgestellt. Mit der frühzeitigen Planung und dem Bau konnten zudem Kostenvorteile in Anspruch genommen werden.
Die Sporthalle war erst vor einigen Jahren erneuert worden. Sie konnte also in den Neubau integriert werden. Der Sportplatz ist noch eine Baustelle. Seine Fertigstellung ist aber für den Schulbeginn in Aussicht gestellt. So wie in der Vergangenheit sollen Sporthalle und Sportplatz für Vereine zur Verfügung stehen, der Sportplatz auch für Spiele und Freizeitsport am Nachmittag.
Zum Grundschulkomplex gehört der Neubau des Kindergartens Heidebären auf der Rückseite der Schule. Dies Gebäude ist vor einigen Wochen fertig geworden, so dass die Kinder ihr neues Domizil bereits vor den Ferien Besitz nehmen konnten. An der Kita Heidebären könne man, so Tobias Handtke, deutlich erkennen, dass Kinder den Neu Wulmstorfern sehr viel wert seien. Früher enstand die Kita aus Platznot im Untergeschoss, heute gibt es einen wunderschönen Neubau, der eine verlässliche Betreuungsstruktur repräsentiert.
Es wird nachgefragt, wie Neu Wulmstorf mit dem demografischen Wandel, genauer: dem allgemeinen Geburtenrückgang umgeht. Neu Wulmstorf gehört, so erläutert Handtke, zu den Gemeinden in Niedersachsen mit einer stabilen bis noch leicht zunehmenden Bevölkerung. Dennoch muss man mit dem Geburtenrückgang kalkulieren. Aktuell sei man froh, alle Anfragen im Rahmen der Betreuungszeiten der Träger auch einen Platz anbieten zu können. Die
Entwicklung habe man im Blick.
Von diesem Standort aus, erläutert Tobias Handtke weiter, könne man auch deutlich die finanziellen Prioritäten von Rat und Verwaltung erkennen. Nämlich habe man nach dem Grundsatz gehandelt, lieber auf einer maroden Straße zu einer tollen Schule fahren, als umgekehrt.
Die Königsberger Straße benötigt ebenso wie die Liliencronstraße eine Grunderneuerung. Bei dem erkennbar schlechten Zustand ist eine Sanierung der oberen Schichten nicht mehr ausreichend. Hier müsse tiefer gegraben werden. Da für eine Straße schon 7 bis 9 Mio. Euro anzusetzen sind, ist eine genaue Planung zwingend erforderlich, für die Liliencronstraße soll nach jetzigem Stand nach dem Anschluss der A26 an die A7 damit begonnen werden, um die Verkehrsbelastung durch die erhöhten Pendlerverkehre im Kernort nicht noch zu erhöhen.
Weiterhin ermöglichte der Standort einen Blick auf den Max Geyer Platz. Hier sowie an vielen anderen Standorten will die Gemeinde Teile des kürzlich beschlossenen Klimaplans umsetzen, indem Flächen entsiegelt werden, um das Regenwasser ins Grundwasser versickern zu lassen. Die Funktionalität der Flächen wollen wir erhalten, aber mit mehr Grün, freundlicher und besser gewappnet bei extremer Hitze und Starkregenereignisse.
Station 3: Straßen in Wulmstorf und Daerstorf
In Wulmstorf und auch in Daerstorf ist die Belastung durch den Durchgangsverkehr nach wie vor ein Thema. Ebenso die nicht überall zufriedenstellende Führung der Radwege. Hierzu bedauert Tobias Handtke, dass die Gemeinde nicht überall die Gestaltungsrechte hat und man sich auf die Entscheidungen des Landkreises oder des Landes Niedersachsen einrichten müsse.
Station 4: Günstiger Wohnraum am Moorweg
Die Fahrradgruppe fuhr sodann von Wulmstorf zurück Richtung Norden. Vom südlichen Teil des Moorwegs aus öffnet sich der Blick auf die Rückseite des ehemaligen ÜNH-Gebäudes. Dort hat die DLRG ihr Vereinsheim und plant derzeit die Einrichtung einer Halle für Boot und Fahrzeug. Daneben liegt auch das Vereinsheim der Heidesiedler. Die Gemeinde stellt hier und anderenorts mietfreie Vereinsräume für Vereine zur Verfügung, beispielsweise auch für LAB und SoVD im Lichthof in der Liliencronstraße. Diese Politik der Vereinsförderung solle unbedingt beibehalten werden, denn Neu Wulmstorf ist immer noch sehr gut mit ehrenamtlichen Angeboten versorgt. Darauf könne die Gemeinschaft nicht verzichten, ohne große Verluste im sozialen Zusammenhalt hinzunehmen. Das wolle man verhindern.
Die zweite Station im Moorweg ist das Gelände im Anschluss an die Postweg-Siedlung. Hier wird die KWG demnächst mit dem geförderten Wohnungsbau beginnen, so dass Neu Wulmstorf erstmals über 57 sogenannte Sozialwohnungen verfügen wird, die mit einem „Wohnberechtigungsschein“ zugänglich sind, also bei niedrigen Einkommensverhältnissen. Direkt im Anschluss an die Postweg-Häuser soll eine Reihe Reihenhäuser entstehen, auch unter dem
Label „bezahlbarer Wohnraum“ für Familien. Grundstücke für Einzel und Doppelhäuser machen den Mix dort komplett. Die KWG arbeitet mit typisierten Hauskonzepten, was die Baukosten entsprechend reduziert.
Anlass für den Halt an dieser Stelle war weiterhin die Besichtigung der Bäume. Es hatte in der letzten Zeit Eingaben von klimabewussten Bürger*innen gegeben, die die Abholzung von alten Bäumen befürchteten und verhindern möchten. Es sei richtig, so Tobias Handtke, dass einige Bäume, und zwar genau 23, abgeholzt werden müssen. Die Bauplanung wurde nochmals, vor allem auch mit Blick auf den Klimawandel, überarbeitet, der allergrößte Anteil des Baumbestandes bleibt erhalten. Das war auch immer das Ziel.
Weitere Tour-Termine, jeweils um 10.30 Uhr
16.08. Bachheide, Ohlenbüttel, Rade, Mienenbüttel. Start in Elstorf „Zum Florian“
23.08. Gewerbe in Neu Wulmstorf. Start am Rathaus